Liebe Griechen,
Ihr habt so ein wunderschönes Land, viele Sehenswürdigkeiten und eine interessante Geschichte. Ihr habt mit dem Koloss von Rhodos das 7. Weltwunder der Antike erschaffen. Leider Zerstörte ein Erdbeben dieses Weltwunder schon 70 Jahre später. In der Literatur wird gerne von einem Beispiel für übertriebene Größe, ja sogar von Größenwahn gesprochen, aber das hat Euch nie gestört. Schon damals gab Euch Ptolemaios III. Geld, um den Koloss wieder erbauen zu lassen. Aber Ihr habt die finanzielle Hilfe anders ausgegeben, denn ein Orakel sagte Euch damals „Was gut liegt, das soll man nicht von der Stelle bewegen“. Und so blieben die Trümmer 890 Jahre liegen.
Wenn man auf Rhodos ins Tal der 1.000 Schmetterlinge geht, sieht man keine. Es sei denn, man ist mit einem Reiseführer dort, dann hat dieser vermutlich zumindest einen Schmetterling in der Tasche, den er den Touristen zeigen kann.
Jetzt liegt ganz Griechenland wirtschaftlich am Boden. Und wenn die Bündnispartner der EU Euch nicht helfen, reißt Ihr sogar Eure europäischen Nachbarn, Partner und Freunde mit ins wirtschaftliche Verderben. Alleine Deutschland hilft mit 22 Milliarden Euro und es könnte noch mehr werden.
Griechenland hat ca. 11,2 Millionen, darunter auch „milliardenschwere“ Einwohner. Etwa 300.000 Griechen leben in Deutschland. Gerne geht man „zum Griechen“, weils dort schmeckt, weil der Wirt freundlich ist und weil die Atmosphäre meist etwas Besonderes ist. Den Griechen in Deutschland brauchen wir nicht zu helfen, denen geht es gut. Diese 300.000 Griechen haben sicherlich auch mit dafür gesorgt, dass Griechenland beim Eurovision Song Contest aus Deutschland 8 Punkte bekommen hat. Das macht man halt so. Für den „Helfer aus der Not“ gab es dann im Gegenzug aus Griechenland lächerliche 2 Pünktchen für unsere Lena. Zwei Punkte für ein Land, das innerlich zerstritten ist, weil die eine Hälfte Euch helfen möchte und die andere Hälfte dagegen ist. Undank ist der Welten Lohn und wir Deutschen machen immer wieder den Fehler, anderen in den „Hintern zu kriechen“.
Wer im Tal der 1.000 Schmetterlinge lügt, wer Finanzhilfen wie beim Koloss von Rhodos zweckentfremdet und wo die Reichen im eigenen Land nicht einmal ihr Vermögen in die Staatshilfe stecken, der hat es nicht anders verdient.
Wir können auch beim Italiener zum Essen gehen. Auch der Wein aus Italien schmeckt und Fußball spielten die Italiener schon immer besser.
Als ich aufgrund der Griechenlandkriese mein Orakel fragte, was den zu tun sei, kam seltsamer Weise auch heute die Antwort von damals –
„Was gut liegt, das soll man nicht von der Stelle bewegen“
Wir sehen uns wieder, in 890 Jahren.
Herzlichst Ihr/Euer
Jens Krannich