Da gibt es bei der Polizei die eindeutige Vorschrift, dass ein Beamter im Dienst seine Mütze zu tragen hat. Wer nun diese Vorschrift erfunden hat, ist nicht mehr nachvollziehbar. Aber wie auch immer. Bewegt sich ein Polizist in der Öffentlichkeit, muss er eben, damit er auch als ein solcher erkannt wird, diese Mütze tragen.
Nun geht ein Polizist, wenn er einen Einsatz hat, bestimmt nicht spazieren, sondern hat immer etwas zu tun. Er nimmt einen Unfall auf, verfolgt im Laufschritt einen Straftäter, tätigt eine Festnahme, oder, oder, oder. Alles Situationen, bei denen diese Mütze, die ja ein Teil seiner Uniform ist, äußerst lästig ist, ja sogar vom Kopf fliegen kann. Liegt sie dann erst einmal im Schmutz, muss sie wieder gereinigt werden, denn eine schmutzige Mütze passt ja nicht zur restlichen Uniform. Reinigen kostet aber Geld und Zuschüsse zur Reinigung der Dienstkleidung gibt es nicht. Also wird die Mütze gerne im Streifenwagen gelassen, wenn es zur Unfallaufnahme oder zur Verfolgung eines Straftäters geht.
Probleme gibt es erst, wenn dann die Presse an der Einsatzstelle erscheint. Da fällt natürlich so manchem Polizisten ein, dass er ja nun fotografiert oder gefilmt wird. Und das auch noch ohne Mütze. Wie kann man sich dagegen wehren? Das einfachste ist natürlich, man geht auf den entsprechenden Journalisten zu und verbietet ihm, abgelichtet zu werden. „Mich aber nicht Filmen, ich habe keine Mütze auf!“ Und wenn man das noch in einem Ton macht (so im Unterton – „sonst gibt es hier – in welcher Form auch immer - Ärger“), der keinen Widerspruch duldet, könnte es vielleicht auch klappen.
Aber weit geirrt. Ein Ereignis, dass mit der Polizei in Verbindung steht, ist in der Regel Zeitgeschehen und die Polizisten vor Ort somit Personen des Zeitgeschehens. Also fällt damit schon einmal das Ablichtungsverbot weg. Aber versuchen kann man (Polizist) es ja mal. Vielleicht lässt sich der Journalist ja beirren. Das ist aber nicht die feine Art und vor allen Dingen fördert es nicht das Verhältnis zwischen der Polizei und der Presse, was ja eigentlich gewünscht wird.
Vielleicht klingt es ja zu hart, aber hier hat der Polizist nun mal Pech gehabt. Entweder er setzt seine Mütze auf, oder er hat eben mit den Folgen, die zum Glück selten sind, zu leben. Journalisten sind jedenfalls nicht dafür da, darauf zu achten, ob ein Polizist seine Bekleidungsvorschrift eingehalten hat oder nicht.
J.K.